Im Interview mit der Frankfurter Rundschau hat der Vorstand der DESERTEC-Foundation die wichtigsten Fragen zur Zukunft des "Wüstenstrom-Projekts" beantwortet. Hier die Antworten:

 

Ist die Idee, Strom in der Wüste zu gewinnen, tot, nachdem die Dii GmbH stark verkleinert wurde?

Als der Vorsitzende des IBM-Konzerns den Weltmarkt für Personalcomputer auf fünf Geräte schätzte, war die Idee auch nicht tot. Und genauso ist das mit Desertec. Rund 90 Prozent der Menschen könnten mit sauberem Strom aus den Wüsten der Welt versorgt werden. Desertec ist eine globale Idee und nicht nur in Europa und Nordafrika ein Thema. Überall in der Welt arbeiten Menschen an der Umsetzung. Und die Dii hat auch das Potential nicht falsch eingeschätzt, sondern ihren Auftrag erfüllt und bestätigt, dass Wüstenstrom geht.


Die Kosten der fossilen Energien sind nicht wie erwartet weiter gestiegen, Erdöl zum Beispiel ist billig wie seit Jahren nicht. Verändert das die Perspektiven für Desertec?

Nein, denn die Perspektive von Desertec war nie, die sinkende Verfügbarkeit fossiler Energie auszugleichen, sondern die Klimakrise zu bekämpfen. Wer möchte den Kindern in zehn Jahren nicht in die Augen schauen und sagen: „Erdöl ist so billig gewesen, und deshalb haben wir immer weiter CO2 ausgestoßen“?

Die politische Lage in Nordafrika und im Nahen Osten ist alles andere als stabil. Ausländische Investoren bleiben fern. Wie soll die Desertec-Idee da vorankommen?

Es braucht keine ausländischen Investoren. Marokko, Ägypten und viele andere Länder sind von der Idee inspiriert und erkennen den Reichtum ihrer Wüsten. Diese Länder müssen nicht auf Kohle, Gas oder Atomstrom setzen für ihre Stromerzeugung. Solarthermie liefert Tag und Nacht Strom und ergänzt damit die fluktuierende Energie aus Fotovoltaik und Wind. Gleichzeitig steht Desertec für Erzeugung von Trinkwasser mit Solarenergie und wirtschaftliche Entwicklung. Dafür schaffen wir als Desertec-Stiftung weltweit Bewusstsein.


Wenn Großunternehmen wie die Stromkonzerne Eon, Siemens und die Deutsche Bank sich von der Idee verabschieden, wer soll die Solar- und Windkraftwerke und die nötigen Hochspannungsnetze dann bauen und finanzieren?

Es geht in erster Linie einmal darum, den stark wachsenden Energie- und Wasserbedarf in Nordafrika und dem Nahen Osten zu befriedigen. Dafür musste man das Thema Wüstenstrom erst einmal salonfähig machen. Das ist erreicht. Fast 70 Projekte wurden angeschoben. Wir erreichen nun eine neue Phase. Wir müssen nun in der Tat darüber nachdenkende, wie die flexible Solarthermie auch unsere Energiewende befördern kann. Schon 2006 sagten die Konzerne ABB und Siemens, dass es kein technisches Problem sei, die Energie aus Nordafrika hierher zu bekommen.

Braucht Europa überhaupt den Wüstenstrom? In Deutschland ist der Ökostrom-Anteil viel schneller gewachsen, als viele es für möglich hielten. Ist angesichts der aktuellen „Stromschwemme“ überhaupt noch Platz für Desertec-Elektrizität?


Ja, weil der Wüstenstrom die Fluktuationen von Windkraft und Fotovoltaik ausgleichen kann, was bisher noch mit Kohle- und Gaskraftwerken gemacht wird. Wir brauchen eine komplette Energiewende. Denn Strom aus 100 Prozent Erneuerbaren Energien zu beziehen ist möglich.

Das Konzept des Umweltbundesamtes für 100 Prozent erneuerbare Energien bis 2050 allerdings funktioniert ohne Desertec-Strom. Ist das Konzept unrealistisch?
Nein. Aber mit Destertec-Strom kann es schneller gehen. Unser Modell ist: Wind und Fotovoltaik liefern genug Energie, und die heute noch etwas teurere Solarthermie gleicht die Fluktuationen aus. Es geht nicht um ein Entweder-Oder.

Die Idee, Strom aus der Wüste zu gewinnen setzt sich immer mehr durch. Schon heute wird die DESERTEC-Idee in 118 solarthermischen Kraftwerken auf der ganzen Welt umgesetzt, die Strom Tag und Nacht produzieren können.

Alleine das im Februar 2014 neugebaute "Google Kraftwerk" Ivanpah liefert 392 Megawatt Strom, fast so viel wie ein kleines Atomkraftwerk, und versorgt damit 140.000 Haushalte. Energiegewinnung aus wüstenreichen Gebieten ist auch in Europa möglich, das zeigen erfolgreiche Beispiele wie der DESERTEC-Award Gewinner Gemasolar (großes Bild) in Südspanien.


Die Pressemitteilung zur Umwandlung der Dii GmbH finden Sie hier.


"DESERTEC ist eine globale Idee", Interview von Joachim Wille mit Andres Huber in der Frankfurter Rundschau

"Die Wüste lebt noch", Kommentar von Ingo Arzt in der taz online

"Die Wüstenstrom-Idee ist noch lange nicht tot", Kommentar von Daniel Wetzel bei Welt online

"DESERTEC ist keineswegs gescheitert", Interview mit Gerhard Knies in der Wirtschaftswoche

"DESERTEC antwortet Franz Alt", Leserbrief von Gründungsstifter Friedrich Führ

 

 

 

 

 

 

Im deutschsprachigen Raum wurde der DESERTEC Atlas mittlerweile an fast 15.000 SchülerInnen und Studierende verteilt. Der Atlas wurde nun in einer zweiten Auflage aktualisiert und in vier Sprachen übersetzt. Die englische und spanische Version mit dem Titel "Global Energiewende" sind bald erhältlich. Französisch und portugiesisch folgen.

 

Zudem wird in Kürze Lehrmaterial für den Atlas veröffentlicht. Dieses wurde von der Deutschen Gesellschaft CLUB OF ROME in Zusammenarbeit mit Greenpeace und der DESERTEC Foundation entwickelt. 

 

Der DESERTEC-Atlas in deutscher Sprache kann hier bestellt werden.

 

Der DESERTEC Atlas wird künftig auch weltweit in speziell entwickelten DESERTEC Trainings eingesetzt. In diesen eintägigen Workshops werden insbesondere junge Menschen zwischen 18 und 30 Jahren trainiert, die DESERTEC Idee mit Vorträgen zu multiplizieren und andere für die Energiewende zu begeistern.

 

Seien auch Sie Teil der Lösung. Fördern Sie unsere Arbeit für eine schnelle und globale Energiewende.

Werden Sie DESERTEC Mitglied.

 

 

 

 

Gemeinsam mit Ihnen treiben wir die globale Energiewende voran und gestalten Sie so, dass auch die Menschen in den Wüstengebieten von der Erschließung der größten Energiequelle der Erde profitieren können und Perspektiven erhalten.

Arbeiten wir gemeinsam daran, eine lebenswerte Zukunft für alle Kinder und Enkel zu ermöglichen.

Werden Sie mit Ihrer Spende Teil der Lösung

 

 

Ihr Beitrag

Redner einladen

Keynotes, Fachvorträge oder Podiumsdiskussionen. Egal zu welchem Anlass: Laden Sie einen inspirierenden Speaker ein! Verbreiten Sie die Idee zu Klima-, Wasser- und Energiesicherheit! 

Jetzt anfragen

Alles über DESERTEC

Der DESERTEC-Atlas

Gut verständlich und illustrierte Beiträge von Experten zu den Herausforderungen der Zukunft und zu allen Formen erneuberarer Energie - das Buch zur DESERTEC-Idee. 

Leseproben & Bestellseite

Ihr Beitrag

Mitarbeiten

Wir suchen engagierte Menschen, die die DESERTEC-Idee mit vorantreiben wollen.

Jetzt bewerben

Partner

Werden Sie DESERTEC Partner

Die wertvolle Unterstützung unserer Partner hilft uns, die Umsetzung unseres DESERTEC-Konzeptes weltweit voranzutreiben.

Kontaktieren Sie uns

Spenden

Werden Sie Teil der Lösung

Die Unterstützung durch Privatpersonen ermöglicht es uns, unabhängig zu bleiben und uns für eine sichere Zukunft der Menschheit einzusetzen.

Spenden Sie bitte