Konzept

Status Quo

 

Nach allgemeiner Auffassung wird die Menscheit bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts den Großteil der auf der Erde verfügbaren Reserven an fossilen Energieträgern (inklusive Kohle) verbraucht haben, um den Bedarf der Kraftwerke und Fahrzeuge zu decken. Ein spürbarer Rückgang der Nachfrage nach fossilen Energieträgern ist nicht absehbar, obwohl eine Reduktion wesentlich zur Eindämmung der globalen Erwärmung beitragen würde. Ein geringer Rückgang würde lediglich den Tag verzögern, an dem die Vorräte an fossilen Energieträgern ausgehen.

Ein Wechsel zu erneuerbaren Energiequellen kann eine langfristige Lösung für die drohenden Probleme der Energieknappheit und Umweltbelastung sein. Dies ist die Situation in Europa: Obwohl der Kontinent ein großes Potential an Windkraft, Wasserkraft, Geothermie und Solarenegie verfügt, können diese Energien auch aufgrund der dichten Bevölkerung Europas nur in begrenztem Maß genutzt werden.

Würde die erneuerbaren Energiequellen Europas und der MENA-Region kombiniert, wäre die Ausgangslage für die gesamte Region eine Energiewende hin zu einer sauberen und sicheren Energieversorgung wesentlich schneller erreichbar.

EUMENA

Lassen Sie es wahr werden

 

Hier sind einige notwendige Dinge, um die DESERTEC Vision Wirklichkeit werden zu lassen.

Der einheitliche Strommarkt, der innerhalb der EU geschaffen wird, muss auf die gesamte EUMENA-Region ausgeweitet werden. Dadurch werden direkte wirtschaftliche Verbindungen zwischen Kunden und Versorgern in der gesamten Region erleichtert.

Da das Stromaufkommen stetig steigt, müssen die bestehenden Übertragungsnetze erneuert werden, indem Engpässe beseitigt, HGÜ-Leitungen für die Langdistanzübertragung errichtet und intelligente Steuerungselektronik implementiert wird.

Die TRANS-CSP Studie des DLR schätzt, dass ein 100-GW-Netz für die gesamte EUMENA-Region 45 Milliarden Euro kosten würde. Wenn man bedenkt, dass diese Kosten unter mehr als 30 Ländern aufgeteilt und über 10 Jahre verteilt anfallen würden, entspräche dass einer durchschnittlichen jährlichen Invesition von lediglich 150 Millionen Euro pro Land.

Momentan ist das wirtschaftliche "Spielfeld" gegen erneuerbare Energien wie Wind und CSP geneigt, da herkömmliche Energiesektoren offene und versteckte Subventionen erhalten und die Atmosphäre weiterhin als kostenlose CO2-Halde mißbracht werden kann. Solange bis diese Wettbewerbsverzerrungen beseitigt sind, benötigen erneuerbare Energien Unterstützung in Form von Mechanismen wie Einspeisetarifen, die Ihre Wirkungskraft in Deutschland und Spanien bereits bewiesen haben.

  • Volle Nutzung der neuen Kooperationsmöglichkeiten, die sich aus der Gründung der „Union für das Mittelmeer“ zwischen der EU und zehn der südlichen und östlichen Anrainer des Mittelmeers ergeben.
  • Insbesondere das Flaggschiffprojekt, der „Mediterranean Solar Plan“, sollte mit der Dringlichkeit eines Notprogramms gegen den Klimawandel konzipiert und realisiert werden.
  • Sofortige Aufnahme von Verhandlungen zur Bildung von Partnerschaften zwischen EU- und MENA-Ländern zur Umsetzung des DESERTEC Konzepts.
  • Informationskampagne in allen EUMENA-Ländern zur Verbreitung des DESERTEC Konzepts und den Möglichkeiten seiner konkreten Umsetzung.
  • Erstellung eines frei zugänglichen „Solar-Strahlungs-Atlanten“ speziell für solarthermische Kraftwerke, mit angemessener zeitlicher und räumlicher Auflösung der Sonneneinstrahlung in den Wüstengebieten.
  • Umgehende Erstellung von Machbarkeitsstudien zur Klärung noch bestehender politischer, organisatorischer, finanzieller, technischer und ökologischer Fragen hinsichtlich der Umsetzung des DESERTEC Konzepts.
  • Start eines 1-GW-Kick-off-Programms zur Demonstration der praktischen Machbarkeit in interessierten MENA-Staaten. Aus humanitären Gründen würde sich als Pilotprojekt ein solares Kraft- und Trinkwasserwerk auf ägyptischem Territorium zur Versorgung des Gaza-Streifens anbieten. Die damit einhergehende Verbesserung der Lebensbedingungen im Gaza-Streifen verspricht auch konfliktmindernde Wirkungen.
  • Ein Programm zur Unterstützung des industriellen “Capacity-Building“ für den Bau von solarthermischen Kraftwerken und speziell von Kollektoren, um den Standortländern eine industrielle Entwicklung und Beteiligung auch an dieser Wertschöpfung zu ermöglichen.
  • Verbindliche langfristige Abnahmeverträge seitens der EU-Länder, die geeignete Konditionen und Mindestmengen für den Import sauber erzeugten Stroms aus der MENA-Regionfestlegen.
  • Eine „Stilllegungsprämie“ für abgeschriebene, ineffiziente Kohlekraftwerke in südeuropäischen Ländern, wenn deren Kapazitäten durch Import von sauberem Wüstenstrom ersetzt werden.