Vorteile

Die Vorteile von DESERTEC

DESERTEC ist ein ganzheitliches Konzept – es verbindet Klimaschutz und Energiesicherheit mit Entwicklungs- und Sicherheitspolitik:

Um die globale Erwärmung rechtzeitig zu stoppen, genügt es nicht, nur die eigene nationale Energieversorgung umweltfreundlich zu gestalten. Für die Atmosphäre und den Klimaschutz ist es unerheblich, wo CO2-Emissionen entstehen oder vermieden werden – letztlich ist die Gesamtgeschwindigkeit der globalen CO2-Reduktion ausschlaggebend. Internationale Zusammenarbeit bei der Erschließung erneuerbarer Energien bietet einen schnelleren und günstigeren Ausstieg aus fossilen und nuklearen Energieträgern, als eine rein nationale Lösung. Denn Investitionen in erneuerbare Energien bieten an den ergiebigsten Standorten den größten Nutzen für den Klimaschutz: Mit denselben Anlagen kann dort mehr sauberer Strom produziert und somit mehr schmutziger Strom vermieden werden, als an weniger geeigneten Standorten. Aus diesem Grund spielen die sonnenreichen Wüsten der Erde eine besondere Rolle im DESERTEC-Konzept.

 

Studien des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt zeigen beispielsweise, dass die Umsetzung des DESERTEC-Konzeptes in Europa, dem Nahen Osten und Nordafrika bis 2050 zu einer CO2-Reduktion von über 80 Prozent führt – und das obwohl sich in den kommenden vier Jahrzehnten der Strombedarf im Nahen Osten und Nordafrika aufgrund von Bevölkerungswachstum, Meerwasserentsalzung und Industrialisierung um ein Mehrfaches erhöht. Weiterführende Informationen zum wissenschaftlichen Fundament des DESERTEC-Konzeptes finden Sie hier.

Saubere Stromimporte ergänzen den heimischen Energiemix und verringern das Versorgungsrisiko, da die Ausweichmöglichkeiten mit jeder neuen Handelsverbindung zunehmen. Darüber hinaus helfen regelbare erneuerbare Energien – wie solarthermische Kraftwerke – Fluktuationen aus Photovoltaik und Windkraft auszugleichen. Das ermöglicht einen höheren Anteil dieser fluktuierenden Energiequellen im künftigen Strom-Mix. Schwankungen bei erneuerbaren Energien und Ausfälle von Kraftwerken und Leitungen können zudem durch die stärkere Vernetzung und durch eingebundene Backup-Kraftwerke kompensiert werden.

 

Im Gegensatz zum Rohölsektor konkurrieren im Stromsektor viele verschiedene Energiequellen miteinander. Es liegt also im Eigeninteresse der stromexportierenden Länder, ein günstiges und zuverlässiges Produkt anzubieten, da ein Sinken der Nachfrage den Wegfall von Investitionen, Exporterlösen und Arbeitsplätzen zur Folge hätte. Zudem ist nicht gelieferter Strom in der Regel verloren und kann nicht, wie Öl oder Gas, Monate später teuer verkauft werden.

Viele Wüstenregionen sind wirtschaftlich wenig entwickelt und können somit besonders von DESERTEC profitieren. Das Energiepotenzial dieser Regionen ist oft so groß, dass sie nicht nur ihren eigenen Bedarf decken, sondern auch weit entfernte Verbrauchszentren mitversorgen könnten. Die Erzeugung von sauberem Strom bietet die Chance, eine Grundlage für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung zu schaffen: In den Standortregionen entstehen nicht nur Arbeitsplätze im Bau und Betrieb der Kraftwerke, sondern auch Möglichkeiten für ansässige Unternehmen Teile oder gar die gesamte Wertschöpfungskette zu übernehmen. Ebenso profitieren die Standortregionen durch Exporterlöse, Einsparpotenziale beim Eigenverbrauch fossiler Brennstoffe und – falls es sich geographisch anbietet – durch saubere und unerschöpfliche Energie für Meerwasserentsalzung zur Trinkwassergewinnung.

 

Die lokale Ausbildung von Fachkräften und Spezialisten ist ein wichtiger Bestandteil des DESERTEC-Konzeptes. Um Technologietransfer und Forschung rund um das Thema DESERTEC zu fördern, hat die DESERTEC Foundation zusammen mit 18 Hochschulen aus Nordafrika und dem Nahen Osten das DESERTEC University Network ins Leben gerufen. In den kommenden Jahren soll es zu einer globalen Wissenschaftsplattform ausgebaut werden.

Begrenzte fossile Energieressourcen, Trinkwassermangel, Arbeits- und Perspektivlosigkeit bergen ein großes Konfliktpotenzial und können zu innenpolitischer Instabilität und zwischenstaatlichen Auseinandersetzungen führen sowie zu verstärkter Migration. Die entwicklungspolitischen Perspektiven des DESERTEC-Konzeptes bieten eine Verbesserung der Lebensbedingungen und entschärfen den Kampf um begrenzte Energie- und Trinkwasserressourcen.

 

Die gemeinsame Erschließung unbegrenzter erneuerbarer Energien schafft weitere sicherheitspolitische Vorteile: Handelsbeziehungen, Interdependenzen und Verflechtung sichern, wie man an der Europäischen Union sieht, Frieden und Zusammenhalt. Die Verflechtung von Nachbarländern durch Stromnetze und Handel mit sauberem Strom kann sowohl in der Mittelmeer-Region als auch in anderen DESERTEC-Regionen dazu beitragen, ähnlich starke Staatengemeinschaften zu bilden.

 

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