18. Juni 2009

Pressemitteilung

Erneuerbare Energien gegeneinander auszuspielen schadet dem Klimaschutz

International vernetzte und dezentrale erneuerbare Energien passen gut zusammen: Der Import von sauberem Wüstenstrom ergänzt Photovoltaik und Windkraft in Europa ideal, da solarthermische Kraftwerke mit ihren thermischen Speichern Strom nach Bedarf liefern können; auch nachts oder bei Windstille. Auf teure, ineffiziente Stromspeicher für dezentrale Anlagen ist man somit nicht mehr unbedingt angewiesen, was die dezentrale Stromerzeugung finanziell attraktiver macht. Während die Nutzung von Sonne und Wind an den besten Standorten zur Senkung der Stromerzeugungskosten beiträgt, sorgen auch die fallenden Kosten von Photovoltaik für sinkende Strompreise. Denn früher oder später müssen die Energieversorger in ihrer Preisgestaltung mit Strom aus dezentralen Photovoltaikzellen konkurrieren.

 

Alte deutsche Atommeiler und Kohlekraftwerke können schneller vom Netz gehen sobald Südeuropa sauberen Wüstenstrom importiert

Eine Schlüsselrolle beim DESERTEC-Konzept spielt der zügige Aufbau eines verlustarmen Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsnetzes (HGÜ). Da HGÜ-Leitungen im Gegensatz zu Wechselstromtrassen auch über lange Strecken unterirdisch verlegt werden können, ist hier die Akzeptanz bei der Bevölkerung für einen Netzausbau deutlich größer. Dennoch wird der Aufbau eines solchen Supernetzes in Europa einige Jahre dauern. Doch auch während das Netz noch im Bau ist, kann der Umweltschutz in Deutschland bereits von Wüstenstrom profitieren: Sobald südeuropäische Länder Einspeisegesetze für Wüstenstrom schaffen und der erste Strom über das Mittelmeer importiert wird, werden deutsche Stromexporte nach Südeuropa nicht mehr benötigt und alte deutsche Atommeiler und Kohlekraftwerke können schneller vom Netz gehen.