11. Februar 2011

Stellungnahme

Stellungnahme zu den Entwicklungen in MENA

Eine Stellungnahme von Katrin-Susanne Richter, Vorstand der gemeinnützigen DESERTEC Foundation, zum Wüstenstrom-Konzept DESERTEC und den Entwicklungen in Nordafrika und im Nahen Osten:

Die aktuellen Entwicklungen in verschiedenen arabischen Ländern verdeutlichen wie wichtig es ist, die wirtschaftlichen Perspektiven für die stark wachsende Bevölkerung in Nordafrika und dem Nahen Osten zu verbessern. Das Wüstenstrom-Konzept DESERTEC bietet hierfür einen geeigneten Ansatz, denn es dient nicht nur dem Klimaschutz, sondern fördert insbesondere auch die sozio-ökonomische Entwicklung der Standortländer durch Wissenstransfer, Investitionen und die Schaffung von Arbeitsplätzen in einem neuen, nachhaltigen Industriesektor. Für Europa ist es auch aus sicherheitspolitischen Gründen sinnvoll, sich gerade jetzt für eine Energiekooperation im Sinne von DESERTEC zu engagieren.

Mit dem im Oktober 2010 gegründeten DESERTEC University Network fördert die DESERTEC Foundation bereits aktiv die internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit und die Ausbildung von Fachleuten im Bereich erneuerbarer Energien vor Ort in den Wüstenländern. Die Gründung des DESERTEC University Networks wurde maßgeblich durch Institutionen und DESERTEC-Mitstreiter südlich des Mittelmeers initiiert.

Die Umsetzung von DESERTEC ist ein langfristiges Vorhaben. Derzeit gehen wir nicht davon aus, dass es durch die aktuellen Entwicklungen wesentlich beeinträchtigt wird. Die Zerstörungen in Tunesien und Ägypten hatten weder Kraftwerke noch Stromleitungen im Fokus. Die DESERTEC Foundation hofft, dass die Solarpläne dieser Länder fortgeführt werden.